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David Wischniewski
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Das neue Universal Commerce Protokoll von Google – und warum Produktcontent jetzt neu gedacht werden muss

Das neue Universal Commerce Protokoll von Google – und warum Produktcontent jetzt neu gedacht werden muss
Veröffentlicht:
15.01.2026

Der E-Commerce steht vor einer grundlegenden Veränderung. Nicht, weil es einen neuen Marktplatz gibt oder ein weiteres Shop-Feature, sondern weil sich die Art, wie Menschen Produkte finden, vergleichen und kaufen, gerade neu ordnet. Suchanfragen werden zu Dialogen. Produktrecherche wird zu Beratung. Und Kaufentscheidungen entstehen mitten in Konversationen mit KI-Systemen.

Genau für diese neue Realität hat Google Anfang 2026 das Universal Commerce Protocol (UCP) vorgestellt: einen offenen Standard, der Commerce fit für agentische, KI-getriebene Erlebnisse macht.

Dieser Artikel erklärt von Grund auf:

  • was UCP ist
  • warum klassische Produktdaten und Content dafür nicht mehr ausreichen
  • was „Agents“ im Commerce-Kontext bedeuten und wie wir uns in dem Zusammenhang als idealer Partner vorbereiten

Zielgruppe sind Marketing-, E-Commerce- und Produktverantwortliche in Industrie und Handel, die heute Entscheidungen treffen müssen, die in zwei bis drei Jahren noch tragen sollen.

Warum Commerce einen neuen Standard braucht

E-Commerce-Systeme sind historisch gewachsen. Produktdaten liegen im PIM, Preise im ERP, Bilder im DAM, Checkout im Shop, Payments bei Drittanbietern. Das funktioniert – solange der Kunde aktiv einen Shop besucht und sich durch Seiten klickt.

Doch genau das ändert sich.

Immer mehr Kaufentscheidungen beginnen nicht mehr im Shop, sondern:

  • in der Google Suche
  • in KI-gestützten Assistenzsystemen
  • in dialogbasierten Interfaces wie „AI Mode“ oder Gemini

Dort erwarten Nutzer keine Produktlisten, sondern konkrete Antworten:
„Welches Produkt passt zu meinem Anwendungsfall?“
„Gibt es das in meiner Region, zu meinem Budget, in meiner bevorzugten Variante?“
„Kann ich das jetzt sofort kaufen?“

Um das zu ermöglichen, reicht es nicht, irgendwo einen Feed bereitzustellen. Es braucht eine gemeinsame Sprache, über die KI-Systeme und Unternehmenssysteme strukturiert miteinander sprechen können.

Genau hier setzt UCP an.

Was ist das Universal Commerce Protocol (UCP)?

Das Universal Commerce Protocol ist ein offener, quelloffener Standard, der den gesamten Commerce-Prozess abbildet – von der Produktentdeckung über Varianten, Preise und Verfügbarkeit bis hin zu Checkout, Zahlung und Order Management.

Wichtig dabei:
UCP ist kein Marktplatz und kein Shopsystem.
Es ist eine Abstraktionsschicht, die bestehende Systeme verbindet.

Man kann sich UCP vorstellen wie eine gemeinsame Grammatik für Commerce. Statt für jede Plattform eine eigene Integration zu bauen, gibt es einen standardisierten Weg, um Fähigkeiten („Capabilities“) bereitzustellen:

  • Produkte entdecken
  • Warenkörbe erstellen
  • Checkouts auslösen
  • Rabatte anwenden
  • Zahlungen sicher abwickeln

Das reduziert massiv die Komplexität auf Unternehmensseite – und macht Commerce erstmals wirklich agentenfähig.

Was bedeutet „agentischer Commerce“?

Der Begriff „Agent“ klingt abstrakt, ist aber leicht erklärbar.

Ein Agent ist ein KI-System, das im Auftrag eines Nutzers handelt. Nicht nur antwortet, sondern Aufgaben übernimmt. Zum Beispiel:

  • Produkte recherchieren
  • Alternativen vergleichen
  • Verfügbarkeiten prüfen
  • Preise kalkulieren
  • Käufe vorbereiten oder auslösen

Statt dass der Mensch jeden Schritt selbst klickt, delegiert er Ziel und Kontext an einen Agenten.

Damit das funktioniert, muss der Agent verstehen:

  • was ein Produkt ist
  • welche Varianten existieren
  • für welche Anwendungsfälle es geeignet ist
  • wie es gekauft werden kann

UCP stellt dafür die technische Grundlage bereit. Der Agent entdeckt über standardisierte Profile, welche Fähigkeiten ein Unternehmen anbietet, und kann diese sicher nutzen – ohne individuelle Sonderlösungen.

Warum Produktcontent dabei zur Schlüsselressource wird

Technisch betrachtet löst UCP viele Integrationsprobleme. Strategisch verschiebt es aber etwas viel Wichtigeres: den Wert von Produktcontent.

In agentischen Commerce-Erlebnissen reicht es nicht mehr, ein Produkt „darzustellen“. Content muss:

  • maschinenlesbar
  • kontextfähig
  • variantenfähig
  • zielgruppenspezifisch
  • marktkonform sein.

Ein Agent kann nur das empfehlen, was er versteht. Und verstehen heißt nicht nur Maße und Preise, sondern:

  • Einsatzszenarien
  • Unterschiede zwischen Varianten
  • visuelle Merkmale
  • emotionale Anmutung
  • Relevanz für eine konkrete Situation

Das bedeutet: Produktbilder, Visualisierungen, Szenen, Animationen und Metadaten werden nicht Beiwerk, sondern funktionaler Bestandteil des Commerce-Flows.

Die Herausforderung für Industrie und Handel

Gerade klassische Industrie- und Handelsunternehmen stehen hier vor einem strukturellen Problem:

  • große Portfolios
  • viele Varianten
  • internationale Märkte
  • begrenzte Budgets
  • lange Content-Timelines

Klassische Fotoproduktion skaliert dafür nicht. Und manuelle Content-Pflege schon gar nicht.

UCP verstärkt diesen Druck noch, weil Content nicht mehr nur „schön“ sein muss, sondern situativ abrufbar, kombinierbar und automatisiert nutzbar.

Genau an dieser Stelle kommt RenderThat ins Spiel.

Warum RenderThat ein idealer Partner für UCP ist

RenderThat erzeugt visuellen Produktcontent, der nicht isoliert entsteht, sondern von Anfang an systemisch gedacht ist.

Produkte werden einmal sauber digital aufgebaut – als digitale Zwillinge – und lassen sich danach:
– beliebig variieren
– für unterschiedliche Märkte lokalisieren
– in neue Nutzungsszenarien einbetten
– visuell und inhaltlich neu kombinieren

Das ist genau die Art von Content-Logik, die agentischer Commerce benötigt.

Skalierbare digitale Produktabbildung als Basis

Unsere Kernkompetenz – das skalierbare Rendering großer Portfolios – schafft eine stabile Grundlage, um Produkte konsistent, aktuell und maschinenfähig bereitzustellen. Ein Produkt existiert nicht mehr als einzelnes Bild, sondern als Content-System.

Das RenderThat HUB als Steuerzentrale

Mit dem RenderThat HUB steuern wir heute bereits Daten, Varianten, Freigaben und Assets zentral. Diese Struktur lässt sich perspektivisch an UCP-Standards anpassen, sodass Produktinformationen und Visuals direkt KI-gestützt erzeugt und ausgespielt werden können.

Content Flow für kontextuelle Erlebnisse

Unsere Content-Flow-Engine kombiniert bestehende Visualisierungen mit KI-gestützter Bildgenerierung. Dadurch entstehen:

  • marktgerechte Lifestyle-Szenen
  • zielgruppenspezifische Bildwelten
  • variantenabhängige Visuals

Genau das, was ein Agent benötigt, um einem Nutzer das richtige Produkt im richtigen Kontext zu zeigen.

Erfahrung mit Agents und Workflows

Wir arbeiten bereits heute mit KI-Agenten, die auf Produktions- und Content-Workflows zugreifen. Dieses Know-how lässt sich direkt auf agentische Commerce-Szenarien übertragen – vom Content-Briefing bis zur automatisierten Ausspielung.

Was das konkret für Unternehmen bedeutet

UCP wird den E-Commerce nicht über Nacht ersetzen. Aber es wird ihn grundlegend verändern. Unternehmen, die früh anfangen, ihre Produktdaten und Inhalte strukturiert, skalierbar und agentenfähig aufzubauen, verschaffen sich einen massiven Vorsprung.

Es geht nicht darum, morgen alles umzustellen. Sondern darum:

  • Produktcontent als strategisches Asset zu begreifen
  • digitale Zwillinge statt Einzelassets zu schaffen
  • Systeme vorzubereiten, die mit KI-Agenten sprechen können

Unser Fazit

Das Universal Commerce Protocol ist mehr als ein technischer Standard. Es ist ein Signal, wohin sich Commerce bewegt: weg von isolierten Shops, hin zu kontextuellen, KI-getriebenen Kaufmomenten.

Produktcontent wird dabei zum verbindenden Element zwischen Marke, System und Nutzer. Und genau hier liegt die Stärke von RenderThat.

Wir freuen uns über den Austausch mit Unternehmen, die schon heute beginnen wollen, ihren digitalen Auftritt auf diese neue Realität vorzubereiten. UCP wird eine zentrale Rolle im E-Commerce der Zukunft spielen – und wir sind überzeugt: Wer jetzt investiert, wird später nicht hinterherlaufen müssen.

Wenn Sie neugierig sind, wie Ihre Produktwelt UCP-fähig werden kann, sprechen Sie uns an.

Als weiterführende Ressource empfehlen wir den offiziellen Artikel von Google: 

https://developers.googleblog.com/under-the-hood-universal-commerce-protocol-ucp/

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