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„Unsere Infrastruktur erstellt aktuell eine Million Bilder pro Monat.“

Januar 16, 2019
Pressefoto-David-Wischniewski

Produktbilder werden immer seltener fotografiert und immer öfter am Computer erstellt. Business On Berlin hat mit David Wischniewski gesprochen, Gründer und Geschäftsführer des Technologieunternehmens RenderThat.

Q – Business-on.de:

Was macht computergenerierte Bilder so besonders und wo kommen diese zur Verwendung?

A – David Wischniewski:

Computergenerierte Bilder haben viele Vorteile gegenüber der Fotografie. Oft ist es aber auch gar nicht möglich Fotos zu machen, beispielsweise bei Immobilien, die erst noch gebaut werden müssen, oder Produkten, die sich noch in der Entwicklung befinden. Gleichzeitig werden aber für Marketing, Messen oder Kataloge schon Visualisierungen benötigt. Um 3D-Modelle erstellen zu können, reichen meist schon die Konstruktionsdaten aus. Das virtuelle Abbild eines Objektes, der so genannten digitale Zwilling, kann dann beliebig an die verschiedenen Anforderungen und Verwendungszwecke angepasst werden. CGI ermöglicht zum Beispiel, dass Möbel einfach in verschiedene Szenerien eingesetzt werden können. Auch Material, Oberfläche und Farbe sind dabei jederzeit und unkompliziert veränderbar.

Q – Business-on.de:

Als Patrick Pack und Sie gegründet haben waren Sie noch Studenten. Wie kamen Sie auf die Idee, RenderThat zu gründen? Gab es hierfür einen speziellen Anlass?

A – David Wischniewski:

Wir haben beide Architektur an der RWTH Aachen studiert. Vor und während des Studiums haben wir in verschiedenen Architekturbüros auf der ganzen Welt gearbeitet, zum Beispiel in Düsseldorf, Berlin, München, Dublin und New York. Dort haben wir festgestellt, dass alle Büros dieselben Probleme mit der Erstellung von 3D-Visualisierungen haben: Wenn das nötige Know-How nicht vorhanden ist, mussten erst CGI Studios gefunden und beauftragt werden. Deswegen haben wir 2013 kurzerhand eine Plattform entwickelt, die dieses Problem lösen soll. Dort wurde Studierenden die Möglichkeit gegeben, ihre Expertise anzubieten. Auch Architekturbüros konnten dort Aufträge an Studierende ausschreiben. Die Website entwickelte sich schnell zu einer Agentur mit internationalen 3D-Artists. Daraus hat sich dann unser heutiges Technologieunternehmen RenderThat entwickelt.

Q – Business-on.de:

Wenn Sie an die Gründung von RenderThat zurückdenken: Was würden Sie anders machen? Welchen Rat würden Sie sich selbst geben?

A – David Wischniewski:

Wir haben immer alles rund um das Thema “Lean Startup” berücksichtigt und trotzdem viel Zeit in die Entwicklung einer perfekten und umfassenden Plattform investiert. Das würde ich heute anders machen. Ich würde kleiner starten, im ersten Schritt noch viel händisch ermöglichen und stark auf die Bedürfnisse der Plattform-Nutzer hören. Zu dieser Zeit waren wir die erste CGI-Plattform in Deutschland und weil Unternehmen in Deutschland ja bekanntermaßen eher misstrauisch gegenüber Innovationen sind, war es für uns sehr schwer, diese von den Vorteilen zu überzeugen. Heute würde ich mir raten, den direkten Kundenkontakt zu suchen und ihnen als Berater und Projektleiter zur Seite zu stehen.

Q – Business-on.de:

Mittlerweile bieten Sie nicht nur die Realisierung, sondern auch die Beratung und Konzeption von CGI-Projekten an. Die Voraussetzungen und Verwendungszwecke der Unternehmen könnten nicht unterschiedlicher sein. Wie ermöglicht RenderThat, dass hochwertige CGI-Lösungen erstellt und optimal genutzt werden können?

A – David Wischniewski:

Wir setzen uns mit jedem Kunden aufs Neue auseinander und entwickeln für jedes Unternehmen die passenden Workflows. Wenn nötig, entwickeln wir auch eigene Systeme und Infrastrukturen, um die Umsetzung effizienter zu gestalten. Unsere standardisierten Prozesse ermöglichen eine automatisierte Content-Erstellung, ohne auf den künstlerischen Aspekt zu verzichten. Zudem werden die Projekte von Projektleitern geleitet, die sich mit der Branche des Kunden auskennen und dadurch auf die korrekte Darstellung achten können.

Q – Business-on.de:

Kaum ein CGI-Projekt gleicht einem anderen. Gibt es dennoch vordefinierte Abläufe und Prozesse, mit denen RenderThat arbeitet?

A – David Wischniewski:

Wir versuchen sehr viel durch standardisierte Prozesse zu automatisieren. Dafür haben wir Anfang 2017 eine Softwarefirma übernommen. Seitdem entwickeln wir kontinuierlich Systeme und bauen unsere Infrastruktur aus, um den CGI-Produktionsprozess zu unterstützen. Wir achten stark auf eine modulare und flexible Herangehensweise, wodurch wir unsere System schnell erweitern oder adaptieren können. Gleichzeitig bieten wir unseren Projektleitern aber auch die Möglichkeit, manuell einzugreifen und die Systeme an die Projektbedingungen anzupassen. Natürlich gibt es auch Projekte, die nicht einfach in einen Prozess eingepflegt werden können. Wir produzieren zum Beispiel Content für Print, Web und TV für einige der größten Werbeagenturen Deutschlands. Solche Projekte verlangen oft nach individuellen Lösungen.

Q – Business-on.de:

In den Büros in Hamburg und Köln sitzen vergleichsweise wenig Mitarbeiter, denn für die Erstellung der Renderings arbeiten Sie mit einem internationalen Netzwerk an Designern zusammen. Wie funktioniert dieses Modell und welche Vorteile bringt es mit sich?

A – David Wischniewski:

Genau, durch dieses internationale Netzwerk können wir -unabhängig vom Standort – für jedes Projekt das beste Team zusammenstellen. Zeitgleich können wir Projektteams binnen kürzester Zeit skalieren und sind nicht abhängig von lokalen Fachkräften. Aktuell stellen unsere Projektleiter die Produktionsteams aus unserem internationalen Pool an Designern zusammen. Das geschieht durch ein internes Tool, welches Fähigkeiten, Verfügbarkeiten und dutzende weitere Faktoren der 3D-Designer, Grafiker, Programmierer etc. auswertet und darstellt. Ich kann aber schon verraten, dass dieser Schritt in naher Zukunft von einer künstlichen Intelligenz übernommen wird.

Q – Business-on.de:

Einmal erstellte 3D-Modelle können leicht variiert und an Zielgruppen angepasst werden. Wie lange dauert die Erstellung eines 3D-Modells bzw. wie viele Renderings kann RenderThat pro Jahr realisieren?

A – David Wischniewski:

Wie lange es dauert, ein 3D-Modell zu erstellen, hängt stark von Projekt, Ausgangslage und Qualitätsanspruch ab. Aktuell können wir bis zu 47.500 3D-Modelle pro Jahr erstellen. Im Laufe des Jahres wird der Wert noch deutlich ansteigen. Unsere Infrastruktur erstellt aktuell eine Million Bilder pro Monat. Dieses Setup ist aber erweiterbar, so dass wir bei Bedarf noch mehr produzieren können.

Q – Business-on.de:

Wie sehen die Zukunftspläne für RenderThat aus? Welche kurz- und langfristigen Ziele verfolgen Sie?

A – David Wischniewski:

Seit der Gründung erfindet sich RenderThat regelmäßig neu, so dass wir fast jedes Jahr eine neue Firma sind. Dieses Jahr legen wir den Fokus auf Transformation, intelligente Automatisierung und künstliche Intelligenz. Jede Abteilung wird komplett neu aufgesetzt und zukunftsweisend ausgerichtet. Repetitive Aufgaben fallen weg, Projektlaufzeiten werden verkürzt und wir werden die Möglichkeiten ausbauen, wie unterschiedliche Personen und Abteilungen auf Kundenseite neuen visuellen Content schnell und einfach ordnen können. Außerdem wollen wir unser Designer-Netzwerk weiter stärken und ausbauen sowie Teile unserer Technologien und unseres Know-Hows anderen Unternehmen und Agenturen zur Verfügung stellen.

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