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Bei dem Gedanken an Virtual und Augmented Reality denken die meisten Leute an Interactive Games, Weiterbildungsprogramme und Marketing Anwendungen. Wie auch immer, es gibt noch eine ganz andere Seite dieser Technologie, die selbst den leidenschaftlichsten Fans noch unbekannt sein dürfte: Industrial Productivity.

Dank Unternehmen wie Apprentice Field Suite (AFS) und Laster Technologies, die ihren Firmensitz in der Nähe von Paris, Frankreich haben, ist Augmented Reality auf einem guten Weg es in Biopharmazie, Luft und Raumfahrt, Logistik und Herstellungsindustrien zu schaffen. Erst letztes Jahr hat DHL ein Piloten Projekt in eine Lagerhalle der Niederlande verfrachtet, wodurch sich deren Aufträge für Bestellvorgänge um 25%gesteigert haben.

Wie funktioniert Industrial Augmented Reality?

Argumented Reality funktioniert durch die Kombination aus digital erzeugten Informationen und der Sicht eines Menschen auf die leibhaftige Welt mithilfe einer Brille und eines Headsets. In einem industriellen Umfeld kann dies zusätzlich überlagernde Dateien, Bilder, Checklisten, Ton oder Videos in dem Sehfeld des Mitarbeiters bedeuten. Das Headset hat außerdem die Fähigkeit, ein Video aufzuzeichnen und dieses zu übertragen. Dies bedeutet, dass ein Remote-Experte exakt das sehen könnte, was der Bedienstete sieht und ihm in Echtzeit eine Reaktion oder ein Feedback geben kann, ohne sich dabei zuerst zu diesem begeben zu müssen.

Das Display an sich wird von der Bewegung der Augen gesteuert, was dem Arbeiter erlaubt Informationen zu erkennen und zu steuern, während er beide Hände frei bewegen kann. Laut Jim Marggraff, CEO von Eyefluence, einem Unternehmen, das sich auf „Eye Interaction“ Software Technologie spezialisiert hat, kann alles was wir sonst mit den Fingern auf unseren Tablets und Smartphoes machen, mit den Augen gesteuert werden. Nicht nur das, seitdem es möglich ist durch das bloße Anschauen Daten abzurufen, geht es dadurch sogar noch schneller.

Was sind die Vorteile von Augmented Reality?

Augmented Reality hat das Potenzial für weit verbreitete Industrial Applications verwendet zu werden. Technologie von AFS gewährleistet eine Zusammenarbeit mit  Remote-Ingenieuren und Technikexperten. Diese sehen dann exakt das, was die Werktätigen an ihrem Arbeitsplatz auf ihren Smarthones und Tablets sehen können. Die Experten können sogar Anweisungen geben, indem sie etwas auf den Bildschirm zeichnen, ganz einfach durch das Einkreisen einer Taste oder eines Feldes-,was dann sofort bei dem Werktätigen im Sichtfeld erscheint. Dadurch werden Missverständnisse wie bei herkömmlichen Anweisungen verhindert.

 

Schriftliche Anweisungen können demnach auch eingeblendet werden. Checklisten, Produktinformationen, Betriebsabläufe, Fertigungs- Anweisungen, Grundrisse und vieles mehr können mithilfe der Smart Brillen abgerufen werden. Gary Pignata, Co-Founder bei AFS, berichtet, dass dieses Free-Hand Verfahren dazu beigetragen hat, dass die Abläufe effizient gesteigert werden konnten. Dies macht es erforderlich, dass die Mitarbeiter sich auf schriftliche Anweisungen beziehen können.

Diese Ergebnisse lieferte Boeing, die ein Experiment geleitet haben, bei dem drei Gruppen  jeweils damit beauftragt wurden einen Flugzeug Flügel zusammenzusetzten, um dabei die Effektivität der neuen Technik bei Neulingen abzuschätzen.
Eins der Teams nutze einen feststehenden Deskop mit PDF Anleitungen. Ein weiteres Team gebrauchte ein tragbares Tablet mit PDF Anweisungen und ein anderes Team verwendete ein Tablet mit Augmented Reality Bedienungsvorschriften. Die Studie fand heraus, dass es zwischen dem Deskop-Team und dem AR-Team beim ersten Versuch eine Qualitätsverbesserung von 90% gab, nach einer Weile dann nur noch 30%.
Beim Bau ihres zweiten Luftfahrzeug Flügels unterlief dem AR Team keinerlei Fehler mehr, was beweist, dass AR als ein effektiver Trainingsmechanismus gilt.

Augmented Reality könnte potentiell von jedem einzelnen aus der Belegschaft der Lagerhaus-Logistik genutzt werden( Abholern erlaubt es, Pakete  mit fast perfekter Genauigkeit zu finden und zu identifizieren) .Von Öl-Ring Operatoren( diese müssen Sicherheitslisten abarbeiten) bis hin zu Gesetzesvollstreckern(die Information über einen Verdächtigen oder ein Fahrzeug brauchen, ohne dabei die Aufmerksamkeit von der Situation zu lenken oder ihre Hände  nicht zweckmäßig nutzen können.)

Wann wird Agumented Reality betriebsbereit sein?

Obwohl sich die Technologie rapide verbessert, gibt es immer noch einige Barrieren, die bewältigt werden müssen, bevor wir in absehbarer Zeit Augmented Reality in Fabriken und an Arbeitsstellen sehen werden. Es gibt vier Schlüssel-Technologien, welche die Zukunft von AR formen werden:

  • Optik: Die Größe des Sichtfeldes ist derzeit durch Gewicht, Größe und Leistungsbedarf der optischen Bestandteile auf dem Display eingeschränkt.
  • 3D Fähigkeiten: wesentliche Rechenleistungen sind für alle Interaktionen notwendig, um diese  in Echtzeit dreidimensional entstehen zu lassen. Während dies für Deskops realisierbar ist, haben wir noch einen weiten Weg vor uns, was die Size Requirements der Headsets angeht.
  • Authoring: AR Software muss so geschrieben werden, dass sie dem weitreichenden Vielfalt der Arbeitsumgebungen gerecht werden kann. Die aktuelle Entwicklungslandschaft ist bisher bruchstückhaft und noch nicht sehr gut integriert.
  • Interaktion: menschliche Interaktion ist bei dieser Einrichtung bisher nur so weit eingeschränkt, dass diese von der Bewegung der Augen reagiert. Die Nutzung durch Gestik, Sprache  und der Folge von Zeichen werden in naher Zukunft noch mit eingearbeitet werden müssen.

 

Wie auch immer, Augmented Reality ist deutlich im Kommen. Inmitten von Großbetrieben ist es schon bewiesen, dass es jedem größeren Unternehmen, welches bereit ist darein zu investieren, von enormem Vorteil sein kann. Wenn die Technologie in den nächsten zwei, drei Jahren weiterhin so voranschreitet sollten Unternehmen damit anfangen, diese zu übernehmen und bei der Arbeit anzuwenden.