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Willkommen zu RenderThat’s wöchentlichem Nachrichtenrückblick rund um alle relevanten Technologie-Themen, über die Sie informiert sein müssen. Diese Woche im Fokus: Virtual Reality schafft den Sprung aus der Gaming-Szene und findet nun großen Anklang in der Kunstszene, der Entertainment-Branche und im Journalismus. Ein CNET Autor beschrieb erst kürzlich, wie weit doch inzwischen die Entwicklung von VR seit dem Jahre 1993 vorangeschritten sei und ein weiterer erläuterte, wie nützlich neue visuelle Technologien für den Hollywood Blockbuster „Der Marsianer“ waren. Sie möchten wissen welche Tech-News diese Woche sonst noch relevant waren? Dann lesen Sie einfach weiter und finden es heraus.

1993 bis 2016: VR DAMALS VERSUS VR JETZT

Autor Scott Stein von CNET verglich eine 1993 auf VR basierte Handlung samt Equipment mit Hard- und Software für Virtual Reality aus dem Jahre 2016, um deutlich zu machen, welche Quantensprünge die Virtual Reality in den letzten 23 Jahren vollzogen hat. Laut Stein hat sich vieles verändert, vieles aber auch nicht. Obwohl VR-Headsets bereits in den Startlöchern stehen um den Markt zu erobern, sind viele Leute noch nie mit einem derartigen Headset in Kontakt gekommen. Wie schon im Jahre 1993 sind VR-Headsets auch heute noch immer sehr kostspielig und generell wird VR-Equipment eher als Kopfbedeckung verkauft, statt als Ganzkörperanzug. Damals wurden hohe Erwartungen an die VR gestellt, die sich bis heute nicht geändert haben. Nichtsdestotrotz überwiegt eine generelle Akzeptanz gegenüber dieser Technologie, weshalb die Virtual Reality auch weiterhin wächst und sich ungeachtet einer bereits 23-jährigen Geschichte immer noch in einem sehr frühen Stadium befindet.

„Wir sind heute viel, viel weiter als wir es damals waren, dennoch dehnt sich der Horizont immer noch weiter aus. Manchmal verhält es sich einfach so, dass die Zukunft immer verheißungsvoller scheint, egal wie weit man auch bereits gekommen sein mag.“

SAMSUNG PUSHT VR IN DIE REALE WELT

Wenn Ihnen ein VR-Headset für den heimischen Gaming-Bereich nicht ausreicht, stellt Samsung sicher, dass VR auch in Ihren gesamten Alltag vordringt. Die Freizeitpark-Kette Six Flags Inc. mit Firmensitz in New York City ist kürzlich erst eine Zusammenarbeit mit Samsung eingegangen um Achterbahn-Fans und Adrenalin-Junkies einen langgehegten Traum zu erfüllen: VR-basierte Achterbahnwaggons, die sich durch die Geschichten des DC Comic-Helden Superman bewegen. Auch im Musikbereich hat Samsung bereits eine Zusammenarbeit ins Leben gerufen. Mit dem British Electronic Act „Years & Years“ ist für deren Fans das erste VR Konzert überhaupt geplant. Und das ist erst der Anfang um den Durchschnittsbürger mit Sport- oder Entertainment-Events zu verbinden, sogar das Reisen ist ein anvisiertes Einsatzgebiet.

„Durch immersives VR Gaming sollen Early Adopters mit Virtual Reality in Kontakt kommen, aber es werden die momentan entwickelten Dinge sein, die VR wirklich populär machen werden.“

VR JOURNALISMUS AUF DEM VORMARSCH

Wenn Ihnen Nachrichten über Livestreams und interaktive Slideshows nicht aufregend genug erscheinen, wird Virtual Reality die Art und Weise wie Sie Nachrichten bis jetzt erlebt haben von Grund auf verändern. AP ist bereits dabei einen neuen Virtual Reality-Fernsehkanal in Zusammenarbeit mit dem Chip-Hersteller AMD zu entwickeln.

VR bietet die Möglichkeit Nachrichten für den Zuschauer zum Leben zu erwecken. Genau wie im Social Media-Bereich, wird die Virtuelle Realität von Bürgerjournalisten getragen, die mit den nötigen Softwaretools und dem richtigen Equipment, wie etwa GoPro Kameras und 360 Mounts, ausgestattet sind. So leistet VR seinen Beitrag für eine völlig neue Art der journalistischen Berichterstattung.

„Unsere Reporter begeben sich an Orte, an die sich nur wenige vorwagen oder gar hinein begeben“, führt Raney Aronson-Rath, stellvertretender Exekutivproduzent von Frontline im Columbia Journalism Review aus.

„Ich habe lange Zeit Ausschau nach einer Möglichkeit gehalten, wie unsere Zuschauer aktiver mit uns in Kontakt treten können, sodass sie sich ein noch genaueres Bild machen können und einen exakten Eindruck davon bekommen, wie es wäre real vor Ort zu sein.“

KUNST MITHILFE VON VR

Gut möglich, dass Ölfarbe und Leinwand in den Ateliers der Künstler in Zukunft der Vergangenheit angehören werden, wenn erst einmal Softwareprogramme und Zeichentools wie HTC Vive’s Tilt Brush in der Künstlerszene Einzug halten.

Durch solche Programme verleiht die Virtuelle Realität der visuellen Kunst völlig neue Möglichkeiten indem handgezeichnete Illustrationen und Gemälde zu 3D gemalten Skulpturen werden können. Dabei spielt es bei Tilt Brush keine Rolle mit welchem Werkzeug Sie Ihr Kunstwerk erschaffen möchten: Pinsel, Klebeband, Bleistift, alles ist möglich, genau wie in der Realität. Nur, dass Tilt Brush zusätzlich noch Animationen für den Künstler bereithält, mit dem er Sterne bspw. zum Funkeln bringen kann.

„Dadurch, dass Tilt Brush als 3D-Modellierungssystem genutzt werden kann, ist es dem Publikum möglich, die Ergebnisse zweidimensional zu betrachten. […] Das ist für mich nach wie vor das faszinierendste daran, zu sehen, wie die Leute die VR Kunstprogramme einsetzen: als Leinwand um komplexe, kleine Umgebungen zu zeichnen, durch die die Leute aber hindurchgehen können um sie zu entdecken, genau wie die einzelnen Panels eines Comics.“

DIE UMGEBUNG DES FILMS „DER MARSIANER“ MITHILFE VON VFX, CG UND GO PROS

Der Versuch den Weltraum und insbesondere den Mars darzustellen, wurde von vielen Hollywoodproduktionen unternommen, wie bspw. „Prometheus – Dunkle Zeichen“ und „Gravity“. Allerdings nutzten die Macher des in 2016 für 6 Oskar nominierten Filmepos „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ eine innovative Mischung aus diversen technischen Verfahren am Filmset selber, als auch in der Nachbearbeitung. Nur so gelang es dem Filmteam eine so realitätsnahe Umgebung zu schaffen, die der des Planeten Mars unglaublich nahe kommt. Diese Methoden beinhalten sowohl das Filmen vor einem „Greenscreen“, als auch den Einsatz von CG Kameras, sowie über ein Dutzend GoPro-Kameras um den Zuschauer hautnah dabei sein zu lassen. Aber auch an die Details wurde gedacht. So wurde das spiegelnde Helmvisier von Matt Damon beispielsweise mithilfe von VFX digital ersetzt, damit sich die Filmcrew nicht ungewollt in dieser spiegelt.

„[Andere Techniken] einschließlich Augmented Reality Tools wie Techvis- und SimulCam-Lösungen sind für die virtuelle Produktion während des Drehs für den Regisseur ein Novum, die Ridley Scott so vorher noch nie benutzt hat.“