3D Visualisierungen ausgliedern oder festanstellen. Was ist besser?

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Grundrisse, Schnitte und Diagramme sind ein etabliertes Kommunikationswerkzeug unter Architekten und Ingenieuren, aber wenn es um Kunden geht, wird ein zugänglicheres und eindeutigeres Medium erforderlich. Seien wir ehrlich: Ohne großartige Bilder Ihrer Projekte werden diese auch bei kaum einem Kunden ein Echo finden. In der Baubranche sind qualitative Architekturvisualisierungen mittlerweile unersetzlich geworden, da diese den Verkauf ankurbeln, das Marketing verbessern und neue Kunden gewinnen können – all das zu einem Bruchteil des späteren Profits. Ob es sich dabei um große Geschäftshäuser, ganze Komplexe oder einen Wohnsitz handelt – Architekturvisualisierungen helfen, das Geschäft abzuschließen und können das Projekt mittels Broschüren, Webseiten und über soziale Netzwerke in Fahrt bringen. Abhängig von der Größe und Organisation eines Unternehmens, gibt es zwei Wege, um Architekturvisualisierungen erstellen zu lassen: Zum einen durch die Ausgliederung der Arbeit an spezialisierte Agenturen oder durch die Weitergabe der Dateien an interne Visualisierungsabteilungen, die enger mit den eigenen Designern zusammenarbeiten.

Architekten sind es gewöhnt, mit verschiedenster Software zu arbeiten. AutoCad, Archicad, Rhino, Photoshop und selbst spezielle Visualisierungssoftware sind in den Augen vieler Architekten zum unersetzlichen Standard geworden. Jedoch erfordert eine gut gemachte Architekturvisualisierung immer noch jemanden, der diese spezielle Aufgabe mit einem geschulten Auge und einem gewissen Know-how übernimmt. Diese Leute können die Arbeit meist schneller und besser erledigen und die brennende Frage für die meisten Bürobesitzer wird folgende werden: Glieder ich meine Visualisierungsarbeit aus oder baue ich meine eigene Abteilung auf? Diese komplexe Thematik hängt von vielen Faktoren ab. Im folgenden werden wir uns einige der Trends und Beispiele genauer ansehen, die bei der Gegenüberstellung von Ausgliederung vs. Vollzeit-Beschäftigung eine Rolle spielen.

Ein eigenes Team für Visualisierungen zu haben, bringt einige Vorteile mit sich. Darstellungen von Räumen und Gebäuden können schnell und in grober Form erstellt und in den Entwurfsprozess integriert werden. Die Bildsprache kann schon während des Prozesses überprüft werden, wodurch schnelle Trendwenden möglich werden, wie auch eine hohe Stimmigkeit garantiert werden kann, wenn es um die visuelle Identität des Unternehmens geht. Somit sind auch Änderung schnell eingebunden und Kunden können zügige Updates erwarten, ohne auf das gewöhnliche Hin und Her zwischen Architekturbüro und Visualisierungsstudio warten zu müssen. Viele große Architekturbüros haben eigene Teams zum Visualisieren, doch selbst bei diesen Büros gibt es einige Projekte, die von spezialisierten Studios visualisiert wurden. Dabei handelt es sich meistens um die finalen Bilder der Projekte. Ein hauseigenes Team zu haben, setzt voraus, dass das Büro finanziell stabil ist, da die Beschäftigung von Visualisierungskünstlern oder Vollzeit-Angestellten zu diesem Zweck immer auch ein gewisses Risiko, wie auch Vorteile mit sich bringt, die Arbeitgeber bedenken sollten. Mit Vollzeit-Angestellten haben Büros eine größere Kontrolle über ihre Arbeit und können auf eine gewisse Exklusivität der Renderings bauen. Damit sind die Künstler zu jeder Zeit nur einem Klienten verpflichtet, und das Unternehmen muss nicht mit anderen Konkurrenten um deren Aufmerksamkeit buhlen. Auf diese Weise können Unternehmen auch davon ausgehen, dass die Künstler in größerem Ausmaß am Erfolg des Projektes interessiert sind, als Freelancer oder Agenturen. Andererseits ist eine Vollzeitkraft ein fester Kostenpunkt, der soziale Absicherung und zusätzlichen Verwaltungsaufwand für die Firma bedeutet, die die Vor- und Nachteile einer Einstellung – unter Berücksichtigung gesetzter Prioritäten, die mit der richtigen Planung erfüllt werden müssen – abwägen muss. Für kleinere Unternehmen, insbesondere diejenigen, die sich immer noch einen Namen machen müssen, bedeutet die Ausgliederung ihrer Visualisierungsarbeit einen erheblichen Kostenaufwand, der jedoch in Kauf genommen und aus dem Kapital geschlagen werden sollte.

Die andere Option stellt die Beauftragung einer spezialisierten Agentur dar. Im Vergleich zu eigenen Teams kann diese Option mühsam sein, da sich Änderungen aufgrund der langsameren Kommunikation nur umständlich umsetzen lassen – insbesondere in Fällen, in denen sich Architekturbüro und Agentur in verschiedenen Zeitzonen befinden. Abhängig von der Größe und Organisation der Agentur, kann die Zusammenarbeit jedoch auch äußerst vorteilhaft sein. Eine durchdachte Dateiablage und mehrere Leute die für nur einen Kunden arbeiten, bedeuten meistens auch Effizienz und Zuverlässigkeit, die bei wiederholter Zusammenarbeit nur wachsen können.

Wie auch immer – für solche Vorteile muss man tiefer in die Tasche greifen. Für diejenigen, deren Budget es ihnen nicht erlaubt, mit Bildern von High-End-Agenturen zu protzen, bietet sich eine dritte Möglichkeit an, ein globaler Trend, der das Geschäft, einschließlich die Architekturbranche, neu definiert. Die wachsende Zahl von Freiberuflern verändert zunehmend die globale Wirtschaft und wurde schon öfters zum Vorteil für Unternehmen, die es sich nicht leisten konnten, eine große Anzahl fester Mitarbeiter einzustellen. Der immer gegenwärtigere Gründergeist unter den Freiberuflern hat viele dazu bewogen, eine Alternative zur Vollzeit-Arbeit zu wählen und das Wagnis der Selbständigkeit einzugehen. Gerade kleinere Firmen können Vorteile aus der begrenzten Zusammenarbeit ziehen, da sie in der Lage sind, diese anhand des Projektes und der Budgetgröße mit größerer Flexibilität zu planen. Noch größere Vorteile entstehen in den Fällen, in denen Unternehmen längere Beziehungen mit Freiberuflern eingehen und somit informelle Partnerschaften bei zeitgleicher Ersparnis erschaffen. Da Geschäftsanforderungen unerwartet zunehmen oder sich verringern können, bietet die Freiheit entscheiden zu können, ob weitere Leute hinzugezogen werden oder die Arbeit intern erledigt wird, weitere Spielräume und hält das Geschäft am Laufen. Jedoch bedeutet diese Freiheit auch eine Menge an Verantwortung. Beispiele schlechter Behandlung von Freiberuflern sind notorisch zahlreich, oft verbunden mit Unterbezahlung und Schikane, die nicht nur den betroffenen Parteien schadet, sondern auch die gesamte Branche und Freiberufler-Gemeinschaft beeinflusst. In dem inoffiziellen “Alles-ist-möglich” Klima des freiberuflichen Arbeitens, ist es unerlässlich den Industriestandard zu halten. Qualitätsarbeit zu erhalten, erfordert Investition und, soweit die Kunden einen gewissen Respekt gegenüber dem Feld der Architekturvisualisierungen haben, werden beide Seiten zufrieden sein, während auch die Branche die ganze Zeit über gesund bleibt.